Bienen

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Lästige Brummer in Lebensgefahr

Die Gefährdung der Bienen ist keine Neuheit, sondern schon im Jahr 2019 gab es im Bundesland Bayern ein Volksbegehren zu diesem Thema. Natürlich stört es, wenn man draußen entspannen will und dann ein Summen an seinem Ohr hört. Sollte man dann zur Fliegenklatsche greifen? Die Antwort auf diese Frage ist „Nein!“, denn die Bienen sind wichtiger als viele denken. Den Grund dafür und warum es für die fleißigen Tiere wichtig ist, seinen Rasen nicht zu oft zu mähen, das erfahrt ihr im folgenden Informationstext.

Viele haben beim Gedanken an Bienen nur Honig im Kopf, dabei gibt es neben den Honigbienen, die von Imkern gehalten werden, ca. 500 Arten Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen. Im Unterschied zu den Honigbienen bauen viele Wildbienenarten keine großen Staaten, sondern leben einzeln. Sie sind auch besonders wichtig für die Bestäubung von Blüten, denn laut Thomas Hövelmann von der NABU Naturschutzstation in Münsterland haben „die 500 Arten […] ganz unterschiedliche Mundwerkzeuge und sind so an unterschiedliche Blüten angepasst“. Die Honigbienen sind zwar auch wichtig für die Bestäubung und ihre Anwesenheit neben einer Obstwiese kann laut Norbert Pusch den Ertrag um bis zu 80% steigern, aber ohne die Wildbienen könnten nicht alle Pflanzen bestäubt werden.

Die traurige Wahrheit ist aber, dass 50% von ihnen bedroht sind und auf der roten Liste stehen. Laut Umweltministerium sind allein in NRW bereits 45 Arten ausgestorben. Die Honigbienen sind weniger gefährdet, da sie von Imkern als Nutztiere gehalten werden und deren Zahl hat sich laut einer Statistik des Deutschen Imkerbundes seit 2010 stetig erhöht.

Nun kommt sicher die Frage auf, woran es liegt, dass die Wildbienen so gefährdet sind. Ein Grund dafür sind Milben, die laut Imker Norbert Pusch immer wieder Bienen befallen. Noch schlimmer ist aber die zunehmende Verdichtung und Versiegelung von Böden. Das erfolgt zum Beispiel durch das weit verbreitete Rasenmähen, Mulchen und Düngen in privaten Gärten. Auch Steingärten führen dazu, dass der Boden versiegelt wird. Das kann schön aussehen, aber wie sich Insektenexperten äußern, ist es verheerend für Wildbienen, weil durch diese „Pflege“ der Boden so verdichtet wird, dass diese, die häufig in sandigem und löchrigem Boden leben, keinen richtigen Lebensraum mehr haben.  Außerdem führt Überdüngung zu stark zugewachsenen Flächen, in denen Bienen nicht mehr brüten können.

Aber nicht nur an Lebensraum fehlt es den Bienen, sondern auch an Futter. Denn sie finden „weit weniger Nahrung als noch vor 30 Jahren“, erklärt der Insektenexperte Werner Schulze. Das liegt einerseits an ungeeigneten Blühpflanzen in privaten Gärten und andererseits an fehlendem Artenreichtum in der Landwirtschaft, wo nur ertragreiche Nutzpflanzen erwünscht sind.

Alles andere gilt als Unkraut und wird mit Hilfe von Pestiziden vernichtet. Diese zerstören aber nicht nur die Nahrung der Bienen, sondern vergiften sie häufig auch. Im Jahr 2008 wurden zum Beispiel zahlreiche Bienen durch eine Panne im Rheintal getötet, als Pestizide unkontrolliert austraten.

Wie ihr seht, geht des den Bienen – und vor allem den Wildbienen – schlecht. Wenn ihr ihnen helfen wollt, solltet ihr beim nächsten Summen lieber nicht zur Fliegenklatsche greifen.

In Bayern gibt es zwar bereits ein Gesetz zum Schutz der Bienen, aber jede einzelne kann etwas zu ihrem Schutz beitragen. Ihr könnt versuchen, nicht gleich jeden Halm an „Unkraut“  auszureißen oder sogar in eurem Garten Blumen säen, damit die Bienen genug Nahrung finden. Wenn wir alle etwas dazu beitragen, können wir den fleißigen Tieren sicher helfen.