Das Judentum – eine Religion mit tragischer Geschichte

Das Christentum ist wohl die berühmteste und am weitesten verbreitete Religion in Europa. Doch
neben dem Christentum gibt es noch unzählige andere Religionen, wie beispielsweise das
Judentum. Das Judentum hat zweifelslos eine interessante Geschichte, doch nach den
Ereignissen des ersten Kreuzzugs verändert sich die Geschichte der Juden drastisch ins
Tragische. Daran, dass man im heutigen Leben immer wieder Spuren der schockierenden
Vergangenheit dieser Religion finden kann, erkennt man wohl am Besten, wie schwer es die
Juden mal hatten.

Mit über 14 Millionen Zugehörigen ist das Judentum die fünftgrößte Religion der Welt. Anders als
beim Christentum werden Kinder, die von einer jüdischen Mutter geboren wurden, automatisch
als jüdisch angesehen. Den Grundbaustein des Judentums bildet die Tora. Auf Deutsch übersetzt
bedeutet das soviel wie „Gesetz“. Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose, den aus der Sicht
der Juden wichtigsten Teil der hebräischen Bibel. Aber woran genau glauben Juden eigentlich?
Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Das Judentum ist eine monotheistische
Religion, was bedeutet, dass sie an einen einzigen Gott glauben, welcher als der Gott Jisraels
bezeichnet wird. Dieser Gott hat die Welt geschaffen und ist auch heute noch in der Welt tätig.
Einer der Aspekte, für die das Judentum wohl am berühmtesten ist, sind dessen strenge Regeln.
Juden folgen strikt ihren Gesetzen, die Mizwot genannt werden. Diese beinhalten das Fasten am
Sabbat, das regelmäßige Beten, etc.

Das Judentum existiert bereits seit 2000 v. Chr. und gehört damit zu Recht zu den ältesten
Religionen der Welt. Bis zu der Zeit von 1096 nach Christus wurden Juden für ihre hohe Bildung
als reisende Kaufmänner geschätzt. Sie beherrschten mehrere Sprachen und konnten somit mit
den meisten Leuten, die sie tragen, kommunizieren. Doch 1096 n. Chr. begann der erste
Kreuzzug. Es wurde dazu aufgerufen, mit dem großen Heer nach Jerusalem zu ziehen, damit
jemandes Sünden von Gott vergeben würden. Es gab allerdings einige Leute, denen der Weg
nach Jerusalem zu weit war und die ihre Sünden auf eine andere Art wiedergutmachen wollten.
Und so wandte man sich gegen die Juden und bezeichnete sie als Feinde Christi, da „es doch die
Juden waren, die den Heiland Christus an das Kreuz genagelt haben“. Es begann damit, dass
Christen sich nicht mehr mit Juden treffen durften, dann wurden Beleidigungen laut Juden
gerieten vor der Masse immer mehr in Ungnade. Der Papst unterstütze dies sehr zum Leid der
Juden. Bald wurde ein Gesetz eingeführt, das besagte, dass jeder Jude ein gelbes Merkmal, zum
Beispiel einen Fleck oder einen Ring am Körper tragen musste, um sich zu erkennen zu geben.
Männer hatten zusätzlich einen spitzen Hut aufzusetzen und Frauen eine Glocke zu befestigen,
damit man sie kommen hören konnte. Der Hass gegen das Judentum wurde immer extremer und
führte, auch noch Hunderte Jahre später zu Völkermorden, Folterung und
Erniedrigungen.

Als solch eine spannende und berühmte Religion hat das Judentum selbstverständlich eigene
Kirchen – die Synagogen. Dieser Name wird vom griechischen Wort für Zusammenkunft
abgeleitet. Man geht davon aus, dass die ersten Synagogen in die Zeit von 586 v. Chr.
zurückgehen, also zur Zeit des babylonischen Exils. Übrigens, unter dem babylonischen Exil
versteht man die Epoche von 597 v. Chr. bis 539 v. Chr., in der einige wichtige Ereignisse, wie
beispielsweise die erste Eroberung Jerusalems und des Königreich Juda, durchgeführt durch den
König Nebukadnezar II.

Was zudem noch interessant an den Kirchen der Juden ist, ist, dass sie nicht nur für
Gottesdienste da sind. Sie werden auch für die Studie der Gesetze und der jüdischen Schriften
verwendet und dienen außerdem als Unterkunft für Besucher.
Die Neunte Jahrgangsstufe hat am 05.10.2021 die Synagoge St. Salvator in Passau besucht. Eine
Schülerin der 9a hat hierzu einen Erfahrungsbericht verfasst.

„Wir, die 9. Jahrgangsstufe des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain, sind am Dienstag, den
05.10.2021 mit unseren Religionslehrern durch die Stadt zur St.Salvatore Kirche gewandert. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf sogenannte „Stolpersteine“, die an die Verfolgung der Juden
erinnert. Die Steine stehen nämlich für die Familien, die zu dieser Zeit verstorben sind. Um sich
die Steine anzuschauen, bückt man sich und dies symbolisiert eine Verneigung im Gedenken an
die Toten, was uns unsere Mitschüler*innen zuvor erklärten.

Stolpersteine Familie Pick

Bei den Stolpersteinen der Nikola Str.
10 haben wir uns die Geschichte der Familie Grünebaum angehört. Bei dem nächsten Halt, wurde
die Familie Pick vorgestellt. Kurz bevor wir in die Synagoge hineingezogen, wurde bei der
Angerstraße 41 die Vergangenheit der Familie Burian vorgetragen. In der Kirche haben wir eine

kleine Tour bekommen, und wurden noch weiter über die Geschichte der Juden in Passau
aufgeklärt
.

Im großen und Ganzen hat uns der kurze Ausflug in die St. Salvator Synagoge sehr gut gefallen,
da der Führer Matthias Koopmann uns das Thema verständlich, aber auch unterhaltend
rüberbrachte. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und es hat sich definitiv gelohnt!“
-Lisa Schiffner, 9a

Die Schülerin beschreibt, wie die Klasse die Stolpersteine besucht haben. Diese Steine stellen
ebenfalls ein sehr wichtiges Segment der jüdischen Historie dar.
Der Erste Stolperstein wurde vor dem Kölner Rathaus von Gunter Demnig, der von 6 Millionen
notwendigen Steinen ausging, verlegt. Die Intention dieser Steine ist unter anderem, den Opfern des Nationalsozialismus ihre Namen zurückzugeben. Das Bücken, um die Steine zu lesen, soll eine symbolische
Verbeugung vor den Opfern darstellen.
Die Stolpersteine werden in Handarbeit hergestellt, weil dies nach Gunter Demnig im Gegensatz
zur maschinellen Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern steht. Die Steine gelten als
das größte Mahnmal (soll etwas im Gedächtnis halten, von dem zu hoffen ist, dass es sich nicht wieder ereignet). Der erste Stolperstein ist vor dem Kölner Rathaus verlegt worden um an die Deportatation von den Sinti und Roma zu erinnern. Auf dem Stein sind die Anfangszeilen des Erlasses zu lesen. Der Stein wurde 2010 von Unbekannten herausgebrochen und gestohlen und drei Jahre später wurde von
Demnig ein neuer Stein vor dem Rathaus verbaut.

Alles in allem ist das Judentum eine äußerst interessante Religion, von dessen Vergangenheit und
Gegenwart man viel für das eigene Leben lernen kann.

-Franziska Schubert, Larissa Ivanko, 9a-

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