Dark Retreats – Die Dunkelheit und Ich? 

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Habt ihr schon einmal von Dark Retreats gehört? Es handelt sich um eine besondere Art von spirituellen Retreats, in der man für eine bestimmte Zeit in völliger Dunkelheit lebt. Klingt ungewöhnlich, oder? 

Während eines Dark Retreats verbringt man seine Tage und Nächte in einem speziell gebauten Raum ohne Fenster, der absolut lichtundurchlässig ist. Dort gibt es keine Ablenkungen von außen und man ist vollständig mit sich und seinen Gedanken alleine. Essen und Trinken wird durch eine Klappe in den Raum geliefert. Aber warum sollte man sich so etwas antun und das auch noch freiwillig? Die Idee hinter einem Dark Retreat ist es, sich auf die innere Welt zu konzentrieren und in die Tiefe seines Bewusstseins zu dringen. Durch die Dunkelheit wird das Gehirn dazu angeregt, vermehrt Melatonin zu produzieren, was zu einem veränderten Bewusstseinszustand führt. In dieser tiefen Entspannung können wir uns besser mit uns selbst verbinden und innere Erkenntnisse gewinnen. Ein Dark-Retreat kann aber auch sehr herausfordernd sein. Die Dunkelheit kann für manche Menschen, Ängste und Unsicherheiten verstärken, weil man komplett auf sich alleine gestellt ist. Deshalb ist es umso wichtiger, sich gut vorzubereiten und einen erfahrenen Retreat-Leiter beziehungsweise einem Psychologen an seiner Seite zu haben. Und was sind hierbei die Chancen oder gar Folgen? Einige Menschen berichten von tiefgreifenden, spirituellen Erfahrungen und einem gesteigerten Bewusstsein. Andere erleben eine innere Reinigung und ein Loslassen von alten, belastenden Mustern. Es kann aber auch sein, dass man durch solch ein Erlebnis mit unangenehmen Gefühlen oder Gedanken konfrontiert wird. Es ist wichtig, sich über die Risiken und Herausforderungen im Klaren zu sein und sich auf die Erfahrungen einzulassen. Nadine Hadad vom bayerischen Rundfunk hat sich dieser Herausforderung gestellt. Tatsächlich ist ihr schon anfangs bewusst geworden, dass es zunächst schwierig ist, einen Raum dafür zu finden, beziehungsweise eine Organisation, die den eigenen Vorstellungen zu 100% entspricht. Man will sich ja nicht auf alles einlassen, vor allem, wenn man sich schon von Anfang an unwohl fühlt. Sie berichtete beispielsweise, dass sie in den ersten Stunden des Retreats einfach nur geschlafen hat, weil sie durch die Dunkelheit müde wurde. Doch irgendwann kam es zu dem Moment, wo sie einfach nicht mehr weiter wusste. Wo sie nicht wusste, was sie tun sollte, so ganz alleine, da man ja sonst ständig zum Handy greift und den neuesten Nachrichten ausgesetzt ist. Insgesamt hat sie berichtet, es sei für sie nicht wirklich schlimm gewesen, aber es hätte ihr auch nicht weitergeholfen. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass sie ein nahezu durchgehend positiver Mensch ist, der keine wirklichen Traumata oder sonstiges erlebt oder damit zu kämpfen hat, wie sie erzählt. Man darf nicht vergessen, dass jeder Mensch anders ist und somit auf Situationen anders reagiert. Für die einen ist es eine super Erfahrung, sich mit sich selbst auseinandersetzen zu können und vielleicht einfach seine Gefühle besser zu verstehen. Für die anderen jedoch kann es traumatisierend werden. Insgesamt kann also ein Tag Retreat eine spannende und intensive Erfahrung sein. Trotzdem ist es kein Abenteuer für jedermann und sollte mit Bedacht angegangen werden. Würdet ihr sowas in Betracht ziehen?  

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